Neuer SCOBY beim Kombucha – warum entsteht er immer oben?
Du setzt deinen Kombucha an und dein alter SCOBY (symbiotic culture of bacteria and yeasts) schwimmt plötzlich nicht mehr an der Oberfläche. Vielleicht sinkt er auf den Boden, steht schräg im Glas oder schwebt irgendwo dazwischen.
Keine Sorge – das ist ganz normal.

Für die Bildung eines neuen SCOBYs spielt es keine entscheidende Rolle, wo sich der alte befindet.
Denn ein neuer SCOBY beim Kombucha bildet sich dort, wo die Flüssigkeit mit der Luft in Kontakt kommt: an der Oberfläche.
Warum bildet sich der neue SCOBY an der Oberfläche?
Während der Fermentation arbeiten die im Kombucha enthaltenen Hefen und Bakterien weiter.
Bestimmte Bakterien bilden dabei Zellulose. An der Grenzfläche zwischen Kombucha und Luft entsteht daraus nach und nach die typische Schicht, die wir als SCOBY kennen.
Zunächst ist sie oft kaum zu erkennen: ein sehr dünner, heller oder fast durchsichtiger Film auf der Oberfläche.
Mit der Zeit wird diese Schicht dicker und stabiler.
Was passiert mit meinem alten SCOBY?
Eigentlich nichts Besonderes.
Der alte SCOBY kann oben schwimmen, auf den Boden sinken, schräg stehen oder irgendwo im Kombucha schweben.
All das kann vorkommen und sagt allein noch nichts darüber aus, ob dein Kombucha gut fermentiert.
Manchmal steigt der alte SCOBY später wieder nach oben, manchmal bleibt er einfach dort, wo er ist.
Du musst ihn nicht wieder an die Oberfläche legen.
Wächst der neue SCOBY mit dem alten zusammen?
Liegt der alte SCOBY an der Oberfläche, kann sich die neue Schicht direkt darauf bilden und mit ihm verbinden.
Befindet er sich weiter unten, entsteht die neue Schicht unabhängig davon oben auf dem Kombucha.
Mit jedem neuen Ansatz können dadurch weitere Schichten entstehen. Deshalb werden SCOBYs mit der Zeit oft immer dicker.
Und wenn die neue Schicht noch ganz dünn ist?
Auch das ist völlig normal.
Am Anfang kann ein neuer SCOBY so dünn sein, dass du ihn kaum erkennst. Vielleicht sieht er zunächst nur wie ein heller Schleier auf der Oberfläche aus.
Gib ihm Zeit.
Im Laufe der Fermentation wird die Schicht meist deutlicher sichtbar und stabiler.
Ist ein dicker SCOBY besser?
Nein. Die Dicke des SCOBYs entscheidet nicht darüber, wie gut dein Kombucha fermentiert.
Wie wir schon bei der Ansatzflüssigkeit gesehen haben, befinden sich die für die Fermentation wichtigen Mikroorganismen nicht nur im SCOBY, sondern vor allem auch in der Flüssigkeit.
Ein riesiger, dicker SCOBY ist deshalb nicht automatisch besser als ein dünner.
Mein Fermentista-Tipp:
Wenn dein SCOBY beim nächsten Ansatz plötzlich auf Tauchstation geht, lass ihn einfach dort.
Du musst ihn weder herausfischen noch wieder nach oben legen.
Beobachte stattdessen die Oberfläche deines Kombuchas. Dort kann schon bald eine neue, zunächst hauchdünne Schicht entstehen.
Kombucha ist eben lebendig – und nicht jeder Ansatz sieht gleich aus




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