Bläschen beim Fermentieren – woher kommen sie?

Du schaust in dein Fermentierglas und plötzlich steigen überall kleine Bläschen zwischen dem Gemüse nach oben.
Vielleicht hörst du beim Öffnen sogar ein leises Zischen oder siehst, wie sich die Bläschen am Gemüse und am Glas sammeln.
Bläschen beim Fermentieren sind ganz natürlich und können ein sichtbares Zeichen dafür sein, dass deine Mikroorganismen gerade fleißig arbeiten.
Wie entstehen die Bläschen?
Während der Fermentation werden Bestandteile des Gemüses von verschiedenen Mikroorganismen verstoffwechselt.
Dabei können neben Säuren und anderen Stoffwechselprodukten auch Gase entstehen – darunter Kohlendioxid (CO₂).
Dieses Gas sucht sich seinen Weg nach oben und wird für uns als kleine Bläschen sichtbar.
Manchmal bleiben sie zunächst zwischen den Gemüsestücken hängen, sammeln sich am Glas oder steigen langsam an die Oberfläche.
Warum blubbert ein Ferment manchmal besonders stark?
Wie aktiv eine Fermentation sichtbar abläuft, hängt von verschiedenen Faktoren ab.
Eine wichtige Rolle spielt zum Beispiel die Temperatur. Bei wärmeren Bedingungen laufen viele mikrobielle Prozesse schneller ab, während kühlere Temperaturen die Fermentation verlangsamen.
Auch das verwendete Gemüse, die vorhandenen Mikroorganismen und die Phase der Fermentation beeinflussen, wie viele Bläschen du beobachten kannst.
Deshalb kann ein Ansatz richtig lebhaft blubbern, während ein anderer viel ruhiger aussieht.
Viele Bläschen = besonders gute Fermentation?
Nicht unbedingt.
Viele Bläschen sind zwar spannend zu beobachten, aber sie sind kein Qualitätsmaßstab.
Ein Ferment muss nicht kräftig blubbern, um erfolgreich zu fermentieren. Manchmal ist die Gasbildung deutlich sichtbar, manchmal kaum.
Genau deshalb solltest du dich nicht ausschließlich darauf verlassen, was du im Glas blubbern siehst.
Und wenn ich gar keine Bläschen sehe?
Auch das muss zunächst kein Grund zur Sorge sein.
Vielleicht entweicht das Gas unbemerkt, vielleicht läuft die Fermentation gerade langsamer oder die Aktivität ist einfach weniger sichtbar.
Beobachte deshalb immer das gesamte Ferment: Aussehen, Geruch, Geschmack und seine Entwicklung über die Zeit geben dir mehr Informationen als die Bläschen allein.
Warum kann beim Öffnen Druck entstehen?
Wenn das bei der Fermentation entstehende CO₂ nicht entweichen kann, kann sich in einem geschlossenen Gefäß Druck aufbauen.
Beim Öffnen kann es deshalb zischen oder die Flüssigkeit etwas nach oben drücken.
Gerade bei einer sehr aktiven Fermentation solltest du dein Glas deshalb aufmerksam beobachten und ausreichend Kopfraum lassen.
Mein Fermentista-Tipp:
Freu dich ruhig über die kleinen Bläschen in deinem Glas – Fermentation bei der Arbeit zu beobachten, ist schließlich faszinierend.
Aber mach dir auch keine Sorgen, wenn dein nächstes Ferment viel ruhiger bleibt.
Mal blubbert es kräftig, mal fast gar nicht – und beides kann ganz normal sein.




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